Was hat Paartherapie mit Krafttraining gemeinsam? Sehr häufig bemühe ich diesen Vergleich in den Terminen in meiner Praxis. Warum?

Nein, nicht weil es manchmal zu einem Machtkampf kommt, der beide sehr viel Energie kostet. Aber immer schön der Reihe nach. Meist spreche ich selbst gar nicht von einer Paartherapie, da es sich nicht um eine klassische Therapie bei mir handelt.

Vielmehr geht es – wenn ein Paar zu mir kommt – darum zu erkennen, wo die beiden aktuell stehen und wo sie hinwollen. Und dann schauen wir, was dem im Wege steht und welcher Weg dorthin eben möglich ist oder auch nicht.

Paartraining statt Paartherapie

Und dabei ist es zumeist notwendig, dass alte Verhaltensweisen – die beide in die Sackgasse geführt haben – geändert also verändert werden. Deswegen spreche ich auch eher vom Paartraining oder auch Beziehungscoaching. Dabei beziehe ich die jeweiligen Stärken ein, deswegen ist das Training stärkenbasiert.

Zielbild für die Sinnhaftigkeit des Prozesses

Was es als weitere Zutat braucht, ist ein Zielbild, damit für beide der Sinn, warum sie sich überhaupt auf das Training einlassen (sollen), immer wieder ersichtlich ist. Aus meiner Erfahrung fallen dann die weiteren Schritte im Prozess leichter. Es gibt immer wieder Paare, die aufgeben. Vielleicht weil sie erkennen, dass es jetzt an das Eingemachte geht und bisherige Ausreden – wie z.B. der andere ist Schuld – nicht mehr greifen. Oder einfach schlichtweg, weil sie verkannt haben, dass es ein Prozess ist, der seine Zeit braucht.

Was hat Paartherapie mit Krafttraining gemeinsam – warum der Vergleich?

Bei einem Krafttraining, dass du neu beginnst, erzielst du am Anfang zumeist schnelle Erfolge. Doch dann kommt schon noch einiger Zeit eine Phase, wo sich offensichtlich überhaupt nichts bewegt oder du sogar das Gefühl hast, dass du Rückschritte machst. Die Motivation zum Training zu gehen sinkt, da du kein starkes Zielbild hast. Und so gibst du auf. Kommt dir das bekannt vor?

So ist es auch bei den Paaren. Wenn du auf einmal deine Kommunikation verändern sollst und es die ersten Male prima geklappt hat, hast du ein gutes Gefühl. Doch wenn du das erste Mal feste Gesprächstermine absagst, beginnt das Ganze zu bröckeln. Und wir Menschen sind Gewohnheitstiere.

Die Macht der Gewohnheit

Wenn etwas nicht läuft und du dies nicht durch etwas anderes, sinnvolleres ersetzen kannst, dann ist die Gefahr groß, dass du wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällst. Eine Kollegin von mir hat das einmal als das gemütliche Elend bezeichnet. Es geht uns zwar nicht gut, doch da kennen wir uns gut aus. Wir wissen was wir haben, aber auch was wir nicht haben. Was mache ich jetzt mit dieser Weisheit? Wenn du mit deinem Partner wirkliche Veränderungen in deiner Beziehung erreichen willst, dann schafft euch ein klares Ziel, was für euch beide lohnend ist. Und glaub mir, so banal wie es klingen mag, das ist schon ein wesentlicher Schritt.

Verbindlichkeit als weiterer Faktor

Es braucht Verbindlichkeit. Wenn du keine festen Verabredungen mit deinem Partner triffst, ist die Gefahr sehr groß, dass du zum einen das Gefühl hast, dass (wieder einmal) alles an dir hängen bleibt und zum anderen, dass ihr beide in euren alten Verhaltensweisen und Mustern hängen bleibt. Also trefft klare und verbindlich Absprachen.

So und nun bist du wieder an der Reihe. Schreibe mir deine Erfahrungen im Kommentar. Aber auch wenn du Fragen hast. Gerne gebe ich dir einen Tipp, der ein erster Schritt für dich sein kann.

Schnelltipps zu Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist für viele Paare auch eine Herausforderung. Die Familien treffen aufeinander, ihr verbringt vielleicht mehr Zeit miteinander als sonst, da sind Konflikte nicht mehr weit entfernt. Und die Zahl der Trennungen und Scheidungen nach den Feiertagen steigt ebenfalls an. Damit es nicht so weit kommen muss, poste ich in den nächsten Tagen jeweils einen Schnell-Tipp auf meiner Facebook-Seite. Schau dort einfach vorbei und klicke „Gefällt mir“, die Tipps kannst du aber auch lesen ohne selbst bei Facebook registriert zu sein.

Ich wünsche dir und deinen Lieben schöne und vor allem konfliktfreie Weihnachtsfeiertage. Wir lesen uns dann in der nächsten Woche wieder.

Bis dahin alles Liebe
Olaf

Copyright für das Bild: © fotomek – Fotolia.com

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