Heute geht es um deine sexuelle Landkarte. Nachdem ich in meinem letzten Artikel über die häufigsten Ursachen geschrieben habe, warum eure Sexualität einschlafen kann. Eine war, dass Sex keinen Spaß (mehr) macht und einer oder beide gar nicht wissen, was sie wirklich wollen und sich wünschen.

Die Erstellung deiner eigenen sexuellen Landkarte kann dir dabei für einen Ausweg eine gute Hilfestellung liefern.

Warum eine sexuelle Landkarte?

Auch bei mir gab es Phasen, wo ich mit meiner Sexualität unzufrieden war. Ich wusste aber so gar nicht, was ich anders haben wollte, da ich keine Ahnung hatte, was mir gefällt, was mir Spaß und Freude macht, was mich erregt. Deswegen habe ich begonnen, mich hinzusetzen und mir meine Wünsche aufzuschreiben und damit quasi meine sexuelle Landkarte zu erstellen. Ähnlich erlebe ich das auch in meiner Praxis. So hoffe ich, dass ich mit diesem Artikel einen Beitrag dazu leiste, dass Sexualität weiter enttabuisiert wird.

Denn leider ist damit immer noch viel Scham, Leid und Verklemmtheit verbunden. Was letzlich auch nicht verwunderlich ist, da wir es nicht gelernt haben, wir nie danach gefragt haben oder wurden und auch in vielen Paarbeziehungen darüber erstaunlich selten bis gar nicht gesprochen wird. Vor allem aus Angst vor Verletzung und Zurückweisung.

Was ist das nun genau?

Nein, sie hat nichts mit einer herkömmlichen Landkarte zu tun. Sondern es geht schlicht und ergreifend darum, dass du dich mit deinen sexuellen Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzt. Ganz bewusst und ganz egoistisch.

Am Ende hast du dein sexuelles Profil und kannst bewusst für dich schauen, welche Aspekte du davon wie in deinem Leben leben und integrieren willst. Und auf was du vielleicht sogar verzichten kannst und willst, da du dafür etwas anderes Schönes in der sexuellen Begegnung mit deinem Partner leben kannst.

Und damit ist es wie eine Art Navigationshilfe für dich und deinen Partner, deswegen der Name.

So erstellst du deine sexuelle Landkarte

Keine Angst, du sollst jetzt nicht malen oder dich künstlerisch ausdrücken. Obwohl – wenn es dir einfacher fällt und das deine Ausdrucksform ist, dann mach bitte genau das.

Nimm dir Zeit – nur für dich allein. Betrachte deinen Körper wie eine Landkarte und fahren diesen ab. Was macht dir Spaß und Freude, was erregt dich? Welche Stellen sind besonders empfindsam und empfänglich für Berührung. Wie magst du berührt werden? Welche Stellungen sind für dich am intensivsten? Wie wünschst du dir die sexuelle Begegnung? Zu zweit, zu dritt …

Erinnere dich dabei an all deine sexuellen Begegnungen. Von Anbeginn. Denn all diese Erfahrungen zeichnen dich aus.

Dir fällt es schwer? Dann hilft dir vielleicht dies

Ja, auch das kann sein. Und es ist völlig normal! Wenn du einen Partner hast, dann habe ich da einen ganz schönen Tipp für dich: Begebt euch gemeinsam auf Entdeckungsreise. Erkundet spielerisch eure Körper und nehmt euch dafür bewusst Zeit. Schau dabei, was für dich erregend ist und was eben eher nicht. So findet ihr dies beide gleichzeitig für euch heraus – das ist die spielerischste Variante.

Worum es nicht geht

Was mir dabei wichtig ist: Es geht nicht darum, irgendein Idealbild zu zementieren, denn jede sexuelle Begegnung kann anders sein und wird es bestimmt auch. Mal mögen wir es zart und einfühlsam, mal schnell und ohne Umschweife und dann wiederum kann es nicht lange genug dauern, weil wir vor Lust und Freude nur so zerfließen und kurz vor dem Zerspringen sind. Und uns wünschen, dass dieser Augenblick nie vergeht.

Worum geht es dann? Du wirst schnell merken, dass es Dinge gibt, die dir so gar keinen Spaß machen. Dann lass es künftig auch sein. Und du wirst feststellen, dass es Dinge gibt, die dich besonders erregen. Diese solltest du stärker integrieren.

Wie geht es nun weiter?

Wenn du deine sexuelle Landkarte erstellt hast, bitte deinen Partner darum, dass er ebenfalls seine erstellt. Es sei denn, ihr habt die spielerische Variante gewählt – dann habt ihr es quasi schon gemeinsam erlebt.

Und dann tauscht euch darüber aus. Denn es geht für euch beide darum, herauszufinden, wie groß die Schnittmenge eures gemeinsames sexuellen Profils ist. Sprecht ganz offen und ehrlich miteinander. Achtet dabei darauf, respektvoll und wertschätzend miteinander umzugehen. Ein erster Schritt ist, dass jeder dem anderen Zeit und Raum gibt, sich mitzuteilen, während der andere dabei aufmerksam zuhört. Wenn dir das Gespräch noch schwer fällt, ist es eine Alternative, dass du deinem Partner einen Brief schreibst.

Informationen zu den weiteren Artikeln

Dies ist Teil 2 der vierteiligen Artikelserie. Die weiteren findest du hier. Klicke auf den jeweiligen Link zum Anzeigen:

Hast du Fragen? Wende dich gerne an mich, sei es per Kommentar oder Mail. Ich schaue dann, wie ich dir am besten antworte. Wenn ich das Gefühl habe, dass es für alle interessant sein könnte, würde ich deine Frage – natürlich anonym – in einem Video oder als Blogartikel beantworten. Und dir selbstverständlich persönlich eine Nachricht zukommen lassen.

Im nächsten Artikel werde ich dir übrigens noch ein paar mehr kleine Tipps geben, wie ihr eure Sexualität wieder beleben könnt. Und das zum Teil spielerisch, was mir bei der Sexualität sowieso viel zu oft abhanden gekommen ist. Bei einigen ist es ja schon fast zu einer Aufgabe geworden, die zu erledigen ist …

Alles Liebe
Olaf

© Bildrechte – schaeffler by pixabay.com

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