Perfektion in Beziehungen. Perfektion wird in unserer Gesellschaft allzu häufig verurteilt. Was daran liegt, dass meist die negativen Aspekte im Vordergrund stehen.

Doch wie immer hat eine Medaille 2 Seiten, so auch die Perfektion. Auf beides werde ich eingehen.

Und seien wir doch ehrlich: den perfekten Partner oder den perfekten Mitarbeiter, wer hätte beides nicht gerne?

Übrigens ist dieser Artikel auf Initiative von Thomas Reining entstanden, der zur Blogparade rund ums Thema Perfektion aufgerufen hat. Thomas unterstützt Führungskräfte beim eigenen Gespür – sehr wertvoll.

Seinen Podcast und Blogartikel zur Nachlese aller Artikel findest du ebenfalls auf seiner Seite.

Beziehungen spielen beruflich und privat eine Rolle

Im heutigen Artikel gehe ich das Thema Perfektion einmal im Crossover-Style an … denn ich habe in beiden Bereichen meine Erfahrungen. 2 Bereiche, die auf den ersten Blick wenig gemein haben.

Falls du es noch nicht weißt: ich begleite sowohl Paare hin zu ihrer besten und glücklichsten Beziehung – das kennst du hier ja schon von mir. Aber ich unterstütze öffentliche Verwaltungen auch dabei, die am besten geeignesten Nachwuchskräfte für den dualen Studiengang mit einem mündlichen Auswahlverfahren (neudeutsch: Assessment-Center) auszuwählen. Und für eine Gewerkschaft führe ich seit 2016 Teamcoachings und Teambuildings durch, schaue als auch da genau die Beziehungsebene.

Wo Perfektion schaden kann, wo sie wiederum gut ist und warum es oft auf den Betrachtungszeitpunkt ankommt, genau darum geht es mir in diesem Beitrag.

Die negative Seite der Perfektion

Wenn du dem perfekten Bild immer nur hinterher jagst, ohne es zu hinterfragen, ist die Gefahr groß, dass du die positiven Aspekte aus dem Auge verlierst.

Damit kann der Fokus zu schnell auf den Mangel, auf das, was nicht vorhanden ist, gelegt wird.

Die positive Seite der Perfektion

Du bekommst Klarheit über das, was dir wirklich wichtig ist. Einerseits für den neuen Mitarbeiter, da kennen wir die Stellenausschreibung, wo uns auch klar ist, dass meist die eierlegende Wollmilchsau gesucht wird. Aus meinem eigenen Leben weiß ich, dass es auch Chancen auf eine Einstellung gibt, selbst wenn ich viele Aspekte nicht mitgebracht habe – aber die wichtigsten offensichtlich erfüllt habe.

Oder in der Liebesbeziehung ganz klar zu sein:

  • Welche Partnerin oder welchen Partner hätte ich gerne an meiner Seite?
  • Welche Werte, welche Eigenschaften sind mir (besonders) wichtig?

Das kann den eigenen Herzmagneten schärfen, so dass ich wirklich den Partner anziehe, den ich mir wünsche (zumindest zu größeren Teilen).

Perfektion als Motor und Antreiber und Weiterentwicklung

Wenn wir dauerhaft zufrieden sind mit dem was wir haben, wie sieht es dann überhaupt mit Weiterentwicklung aus?

Wo wären wir mit unserer Technik, wenn es nicht Techniker gäbe, die zur Perfektion streben und so Dinge erst weiterentwickln und uns neue Technologien ermöglichen. Auch wenn nicht jede positiv sein mag.

Wie kann ich mein Angebot besser machen und es weiter optimieren? Das ist etwas, was mich zum Beispiel antreibt, da ich dir als meinem Kunden das Beste liefern möchte, was ich dir liefern kann.

Deswegen bin ich mittlerweile vorsichtig damit, meine Perfektion ablegen zu wollen. Diese habe ich über die 27 Jahre, die ich in der öffentlichen Verwaltung habe, mir angeeignet. Und sie zu Beginn meiner Selbständigkeit als störend und hinderlich empfunden. Mittlerweile habe ich die Triebfeder daran erkannt.

Und das gilt in Liebesbeziehungen doch ebenfalls. Stagnation tut auf Dauer der Beziehung nicht gut. Einer von beiden wird dann früher oder später an den Punkt kommen, wo der Wunsch nach Entfaltung und gemeinsamem Wachstum wichtig wird. Darum geht es in einer innigen Liebesbeziehung doch auch, sich gegenseitig zu inspirieren und miteinander und aneinander zu wachsen.

Die Gefahr der Optimierungsfalle

Wenn es nur noch das Streben nach Mehr wird, dann kann es kippen und zur Optimierungsfalle wird.

Ich habe es selbst erlebt, als die leistungsorientierte Bezahlung in der öffentlichen Verwaltung eingeführt wurde. So ein wenig hatten die meisten Menschen das Gefühl, dass es letztlich nur darum geht, noch mehr aus jedem einzelnen rauszuholen.

Neben positiven Aspekten hat es dann genau einen Beigeschmack und die individuelle Leistungsfähigkeit, die Talente und Stärken werden dabei aber schnell einmal verkannt. Denn lässt sich wirklich jeder Beitrag in Zahlen erfassen und messen? Ich meine nein.

Tja und in der Liebesbeziehung: Da geht es doch auch darum, das gemeinsame Leben zu genießen. Und nicht dauernd das Gefühl zu haben, dass die Beziehung weiter perfektioniert werden muss. Wenn also das Feiern der Erfolge, das Innehalten fehlt, dann ist das ein deutliches Warnzeichen für mich.

Was letztlich zum Burn-Out führen kann – beruflich aber auch privat, dass ich ausgebrannt bin von der Beziehung, dass diese eine gewisse Selbstverständlichkeit bekommt …

Der perfekte Partner: Chancen und Risiken

Wie oben schon erwähnt, hilft das Bild vom perfekten Partner als Methapher, um sich klar werden:

  • Wie will ich Beziehung überhaupt leben (und wie nicht)?
  • Welche Werte (und vieles mehr) sind mir bei einem Partner wichtig?

Beim Online-Dating kann es hilfreich sein, da geht es doch oft ums Matching … ohne sich dem zu verhaften. Wenn du dann dem Idealbild nicht hinterherjagst, sondern es für die Ausrichtung deines Herzmagneten verwendest, steigt die Wahrscheinlichkeit (ja, leider gibt es keine Garantien … das wäre zwar leicht aber auch langweilig), den passenden Partner anzuziehen.

Der ideale Mitarbeiter: Pro und Contra

Die Auswahl von Personal ohne Stellenbeschreibung wäre doch wie ein Himmelfahrtskommando, oder? Wie sollen Interessenten wissen, was mir als Arbeitgeber überhaupt wichtig ist? Und wie sollen die Personalentscheider denn zu einer Entscheidung kommen, wenn es keinen Rahmen gibt?

Wenn es ein starres Bild ist, dann wäre es ein Contra-Punkt. Deswegen macht eine Gewichtung auch Sinn. Zu schauen, welche Anforderungen absolute Priorität haben und welche sich vielleicht auch schnell aneignen lassen und damit bei der Auswahl eine nicht so tragende Rolle spielen.

Was Zeit mit der Perfektion zu tun hat

Zu welcher Zeit schaust du, ob der Mitarbeiter perfekt ist? Bei der Einstellung, nach 2 Jahren?

Und bei deinem Partner: in der Verliebtheitsphase? Nach 2 Jahren, wenn es spätestens in die nächste Phase der Vertrautheit geht?

Du siehst schon: Perfektion kann nichts Starres und Festgeschriebenes sein, sondern entwickelt sich immer weiter.

Perfektion in Beziehungen – das Video

Zum Thema habe ich auch ein Live-Video auf Facebook gemacht, wo ich jeden Mittwoch um 19.30 Uhr live online gehe.

Danach lade ich es in meinem Youtube-Kanal hoch und habe es dir hier eingebunden:

Die Podcastfolge dazu

Du hörst lieber? Dann kannst du dir die Folge 42 über iTunes, Stitcher oder Spotify runterladen oder du klickst gleich hier:

Lass uns miteinander sprechen und herauszufinden, ob ich der richtige Wegbegleiter für dich bzw. euch bin.

Und nun?

Zur Vertiefung habe ich noch 2 weitere Videos von mir für dich auf meinem Youtubekanal:

Mich interessiert natürlich nun deine Erfahrung und Meinung zum Thema Perfektion. Hinterlasse mir deinen Kommentar, darauf freue ich mich! Das gilt für deine Fragen natürlich auch.

Alles Liebe

Olaf

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