Was heißt das eigentlich: Mann sein Frau sein? Und wer gibt darauf die Antwort? Finden wir die in der Bibel? Ich erlebe immer wieder Paare, die sich schwer damit tun, ihre eigenen Rollen zu finden und die eigenen Stärken zu leben.

Heute lade ich dich ein, dich mit dieser Frage auseinanderzusetzen und deine Antwort zu finden. Es hilft dir authentisch zu sein, damit hast du fast immer auch eine starke weil klare Ausstrahlung.

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade Männlichkeit & Weiblichkeit von Martin und Sven. Aus 2 Gründen freut es mich Teil davon zu sein:

  1. Ich finde, dass es sehr viele Mythen darum gibt (und ich es ein Stück weit als Mission sehe, damit mal aufzuräumen) und dadurch viel Leid ensteht und entstanden ist – „Bin ich richtig so wie ich bin?“
  2. Und wenn du deine Antwort darauf gefunden hast – wozu ich und die anderen Blogger dich einladen – wird es in dir friedlicher. Und das wird sich in der Qualität deiner Beziehung(en) auswirken.

Meine eigene Männlichkeit stärken

„Wann ist der Mann ein Mann?“ sang Herbert Grönemeyer in Männer bereits 1984. Da war ich noch zarte 15 und habe mich das nie gefragt, ich war einfach. Zu der Zeit eher ein typischer Außenseiter … die tollen Jungs waren die anderen, ich war extrem zurückhaltend. Mein Vater war bereits verstorben, ein echtes männliches Vorbild fehlte. Ein Jahr später starb meine Mutter, so dass ich schnell lernte, auf eigenen Füßen zu stehen.

Ich war ein Spätzünder – wie wir damals immer sagten. Meine erste Partnerin hatte ich mit 19, die Beziehung hielt dann auch gleich 17 Jahre …

Meine Männlichkeit stärken

Im Jahr 2000 hatten wir die erste richtig große Beziehungskrise. Alle Beziehungstipps, die wir aufsaugen konnten, halfen nichts mehr. So kam ich zu den systemischen Familienaufstellungen, die mir das erste Mal einen Zugang zu mir selbst gaben. Meine Ausbildung zum System-Therapeuten über 3 Jahre folgte, eine große Reise zu mir selbst und ich entdeckte mein Mann sein. Ich fand Frieden in mir. Dachte ich …

Mann sein neu entdecken

2006 war die Scheidung. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass erst da die Reise zu mir selbst so richtig begann. In der Zeit war ich im Seminarismus, was mir sehr half. Mein Mann sein entdecken, fernab von irgendwelchen Klischees … und das nicht nur, weil ich Frauen kennenlernen wollte. Oder besseren Sex haben wollte, so wie dir das oft versprochen wird. Ja, das kann ein Ergebnis sein, muss es aber nicht.

Tantra

Das ich meine Antwort gefunden hatte, wurde mir im Mai 2007 bewusst. Da habe ich als Single an einem Tantra-Seminar teilgenommen. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Eine Sequenz war auch ein Frauen- und ein Männerkreis. Und im Männerkreis kam prompt auch die Frage, was Männlichkeit überhaupt bedeutet. Und ob das nur mit Durchsetzungsvermögen zu tun hat oder woran jeder das noch für sich erkennen kann. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon meine Antwort, die etwas vielschichtiger war und ist.

Meine Antwort

Genetisch gesehen kommen wir zu je 50% von unseren Eltern – haben also männliche & weibliche Anteile in uns. Wir alle haben unsere Biografien. Und wir kommen aus unserer Familie, die uns geprägt hat und immer noch prägt. Auch wie wir als Kinder und Jugendliche waren und aufgewachsen sind, in welcher Gemeinde sind wir großgeworden und so weiter hat Einfluss auf unser Selbstverständnis. Und na klar: Wurde ich im Glauben Gottes mit der Bibel erzogen? Das alles beeinflusst uns.

Deswegen war für mich relativ schnell die Frage, wie ich beides in mir vereine.

So steht für mich immer im Vordergrund „Was will ich wie leben?“. Und ich habe mich davon befreit, ein bestimmtes Rollenbild erfüllen zu müssen. Das kann variieren und so wirft es mich heute nicht mehr schnell aus der Bahn, wenn ich mal nicht so taff bin und mich schwer mit Entscheidungen tue. Was glücklicherweise nicht mehr so oft der Fall ist … das war früher deutlich anders, meine Ex-Frau kann ein Lied davon singen.

Ich lebe es freiwillig … außer ich tappe mal in alte Verhaltensweisen oder Muster, ja, auch das kommt vor. So lebe ich sehr wahrscheinlich in meiner therapeutischen Tätigkeit verstärkt den weiblichen Teil. Wobei: Wenn ich Klartext spreche ist es eindeutig die männliche Energie 😉 Und auch, wenn ich eher in der Lösungsenergie unterwegs bin, ist dies der männliche Part. Wenn ich Verständnis zeige, aufmerksam zuhöre ohne zu kommentieren, dann nutze ich stärker den weiblichen Pol in mir. Du siehst schon, ich nehme es nicht so ernst, denn ich kann nicht nur eins. Genauso wenig wie du.

Und ja, ich bin gerne der Beschützer für meine Partnerin und möchte auch gerne noch mehr der Ernährer sein. Aber nicht um jeden Preis, sondern ich wünsche mir eine starke und eigenständige Partnerin an meiner Seite.

Was es mir gebracht hat?

Ich lebe selbstbewusster. Und ja, ich habe seitdem ein höheres Durchsetzungsvermögen, so wird es mir von meinem Umfeld zurückgemeldet. Ist es mir damit leichter gefallen, Frauen kennen zu lernen? Auf eine bestimmte Weise schon, da sich meine Ausstrahlung verändert hat. Ich wusste und weiß mittlerweile sehr genau, was mir in Beziehungen wichtig ist und wie ich sie leben möchte. Ich habe klare Visionen, die mich immer wieder aufs neue motivieren.

Was heißt das nun für deine Weiblichkeit oder Männlichkeit?

Zunächst einmal nicht, dass ich alles durchmixen will. Das wäre ein Missverständnis. Aber wovon ich so überhaupt kein Freund bin, sind Stereotypen.

Was mögen Männer wie Frauen gleichermaßen? Wenn du weißt, wer du bist, was deine Wünsche sind und du diese ansprichst und lebst. Das macht attraktiv und wirkt anziehend. Das heißt für mich Mann sein Frau sein.

Was schreiben meine Kollegen zum Thema?

Nun ist es ja eine Sache, Input von mir zu bekommen, den du zu deiner eigenen Reflexion nutzt. Wie schon oben angedeutet, ist dieser Artikel Teil einer Blogparade, so dass ich dir auszugsweise noch Links zu spannenden Artikeln von Kollegen hier verlinke:

Lass dich inspirieren, auf der oben verlinkten Seite findest du insgesamt über 80 Artikel rund um dieses Thema mit einem riesigem Spektrum!

Mann sein Frau sein: Finde deinen Weg

Ich habe es dir schon am Anfang gesagt, dass ich dir keine Standardlösung anbieten werde. Ich lade dich vielmehr zur Reflexion ein.

Dass du dich mit der Frage beschäftigst und deine Antwort(en) findest, wenn du denn magst. Und so deine Balance zwischen deinem weiblichen und männlichen Pol findest.

Vielleicht helfen dir diese Fragen dabei:

  • Was heißt Frau oder Mann sein überhaupt für mich?
  • Welche Rolle habe ich wo inne?
    • Bin ich die starke Frau, der starke Mann im Beruf?
    • Bin ich der fürsorgliche Part in meiner Beziehung?
  • Was will ich leben?
  • Was bedeutet das für mein Sexleben?

Wenn du in einer Beziehung lebst, dann mach dies doch mit deinem Partner. Mehr Nähe kannst du kaum erzeugen …

Olaf vor 8 für mehr Feuer in der Liebe

Hier findest du noch mein Facebook-Live-Video zum Thema, vielleicht gibt dir dies auch noch einmal die ein oder andere Inspiration:

Und jetzt bist du dran. Wie geht es dir mit dem Thema? Lass mir deine Erfahrungen und Fragen gerne per Mail zukommen. Ich freue mich darauf!

Alles Liebe

Olaf

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2 Kommentare

  1. Pasq

    Super Artikel “Daumen hoch” 🙂

    Grüße aus Zürich

    Antworten
    • Olaf Schwantes

      Hallo Pasquale,
      vielen Dank für deinen Daumen hoch, das freut mich.
      Alles Liebe
      Olaf

      Antworten

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