Liebe machen Archive • Beziehungs-Coach & Paartherapeut Olaf Schwantes

Eure Sexualität wiederbeleben, darum geht es diesmal.

In den ersten drei Artikeln der Serie rund um deine Sexualität habe ich dir zunächst die häufigsten Ursachen geschildert, warum das Sexleben einschlafen kann. Im zweiten haben wir uns mit deiner sexuellen Landkarte beschäftigt, um uns dann im dritten anzuschauen, wie du mit deinem Partner entspannter über eure sexuellen Bedürfnisse sprichst.

Heute möchte ich dir ein paar ganz praktische Ideen geben, mit denen ihr – zum Teil spielerisch – eure Sexualität beleben könnt. Ich beschreibe die Punkte nur kurz, da ich dich und deinen Partner gleich zum Umsetzen ermutigen will. Damit die Sexualität auch bei dir wieder etwas Spielerisches bekommt und du Lust hast, auf Entdeckungsreise zu gehen. Statt das Gefühl zu haben „Okay, ab und an muss ich ja Sex haben.“.

Vorspiel: Verabreden und Zeit nehmen

In unserer Vorstellung sollen Nähe und Sex etwas spontanes sein, da ansonsten die Liebe verloren gehen würde. Doch wenn es in der Sexualität gerade für euch schwierig läuft, hilft eine Verabredung. Um so wieder zueinander finden zu können. Eurer Begegnung überhaupt einen Raum geben.

Damit es nicht hetzig wird und du schon den nächsten Termin im Kopf hast, reserviert euch mindestens eine Stunde Zeit – nur für euch alleine. Alle Ablenken schaltet aus und wenn du Kinder hast, sorge dafür, dass sie gut versorgt sind.

Damit ihr Zeit habt, euch auszuprobieren und vielleicht Neues zu entdecken bzw. Altes wieder zu entdecken.

Doktorspiele – eure Körper spielerisch entdecken

Kennst du noch die Doktor-Spiele aus der Jugendzeit? Es geht darum, dass ihr gemeinsam eure Lustpunkte entdeckt sowie offen und ehrlich darüber sprecht, ob die Berührung durch deinen Partner für dich erregend ist. Wendet dafür eine Skala von -3 bis +3 an. Dabei ist +3 maximal erregend, 0 neutral und -3 nun so absolut nicht erotisch. Seid dabei ganz ehrlich und vereinbart dies auch vorher, denn nur so hilft euch dies wirklich weiter. Und je mehr Erfahrung ihr habt, umso mehr könnt ihr euch ausprobieren und zum Beispiel eine Feder dazu nehmen.

Du wirst überrascht sein, das manches, wovon du dachtest, dass es deinen Partner erregt, gar nicht so ist und umgekehrt.

Umarmung bis zur Entspannung

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, umarmt euch solange, bis ihr beide spürt, dass sich Entspannung eingestellt hat. Erst dann könnt ihr schauen, ob und was ihr als Nächstes angehen wollt. Oder lasst euch einfach von der neu entstandenen Nähe leiten.

Diese Übung ist gerade hilfreich, wenn es euch im Augenblick schwer fällt überhaupt Nähe herzustellen. Dann ist dies ein guter Einstieg.

Bewegung und Begegnung im Schweigen

Bewegt euch frei im Raum und nähert euch gemeinsam an. Berührt euch gegenseitig mit Blickkontakt – so schafft ihr eine Verbindung zwischen euch und die Gedanken können nicht abschweifen. Sprecht dabei nicht miteinander, das Ganze geschieht im Schweigen. Damit trainiert ihr eure Aufmerksamkeit und Achtsamkeit füreinander und schafft ein sinnliches Erleben.

Lostrommel

Wenn ihr euch eurer Wünsche aus der sexuellen Landkarte bewusst geworden seid, ist es eine spielerische Alternative, wenn ihr diese in eine „Lostrommel“ hineinlegt und abwechselnd für eure Verabredungen zieht. Wichtig ist, vorher die Grenzen zu erkunden, indem ihr jeden Wunsch mit ja oder nein abstimmt, bevor er in die Lostrommel wandert.

Sex verhandeln

In Konfliktsituationen leben Paare die Spontanität nicht, da die Beziehung durch Vorwürfe und Enttäuschungen belastet ist. Somit verhindert diese Erwartung, dass es spontan geschehen müsse den sexuellen Kontakt. Aus diesem Grund dient die Verhandlung über den Sex der Unterbrechung genau dieses Musters.

Es soll bei euch beiden das gegenseitige Geben und Nehmen wieder inspiriert werden. Um den für dich befriedigenden Sex zu bekommen, investierst du in deinen Partner und bietest ihm den Sex, der für ihn befriedigend ist.

Wichtig ist hier, dass ihr dieses Tauschgeschäft als eine Investition und eben nicht als (faulen) Kompromiss versteht und es damit am Ende zwei Gewinner gibt. Bei der Verhandlung solltet ihr die genaueren Details besprechen, also auch, wann, wie lange, wo, die Reihenfolge und die Termine. Im jeweiligen Termin ist dann der eine Partner erotische Königin bzw. erotischer König und der andere Partner erotischer Diener bzw. erotische Dienerin.

Achtet hierbei aber auch wieder sehr genau auf eure Grenzen, so wie zuvor bei der Lostrommel schon beschrieben. Vielleicht ist das Sex-Formular vom Wolpertinger Warenhaus dafür eine spielerische Unterstützung für euch, die euch den Einstieg erleichtert.

Sexualtität wiederbeleben – nun geht es an die Umsetzung

Hast du Fragen? Wende dich gerne an mich, sei es per Kommentar oder Mail. Ich schaue dann, wie ich dir am besten antworte. Wenn ich das Gefühl habe, dass es für alle interessant sein könnte, würde ich deine Frage – natürlich anonym – in einem Video oder als Blogartikel beantworten. Und dir selbstverständlich persönlich eine Nachricht zukommen lassen.

Dies ist der letzte Teil meiner Artikelserie. Hier findest du alle vorherigen, zum Anzeigen klicke auf den jeweiligen Link:

Alles Liebe
Olaf

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Sexuelle Wünsche besprechen, das klingt vielleicht erst einmal leicht gesagt für dich. Denn sich seiner eigenen sexuellen Wünsche und Vorlieben bewusst zu werden ist eine Sache – dazu habe ich dir eine Hilfestellung mit der sexuellen Landkarte gegeben. Darüber mit dem Partner zu sprechen, ist für viele eine große Herausforderung. Mir ging es früher selbst so, zumal ich wusste, dass meine Partnerin ebenfalls nicht gerne über Sex spricht und es schnell passiert, dass sie eine Äußerung als Kritik und persönlichen Angriff empfindet.

Es ist eine absolute Bereicherung für jede Beziehung, offen über Sex reden zu können – auch wenn es zum Beispiel um das Thema Seitensprung geht – egal, ob es nur die Vorstellung oder der konkrete Wunsch ist. Ich gebe dir wertvolle Tipps an die Hand, damit das Gespräch mit deinem Partner offen und angenehm abläuft.

Vorspiel 1: Verabredet euch zum Gespräch

Eins vorab: Bitte fang nicht mitten während dem Sex, davor oder danach an, das Thema anzusprechen oder darüber rumzudiskutieren. Das ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt (wie das gelingt, darüber schreibe ich demnächst mal). Vor allem Frauen freue sich nicht wirklich über die Frage „Na, war ich gut?“.

Gerade, weil Sex oft als heikles Thema empfunden wird und manchmal von Scham begleitet wird, ist es gut, das Gespräch sozusagen „außerhalb der Gefahrenzone“ zu führen. Keiner wird gerne spontan damit konfrontiert, und so ist verständlich, dass dann erst einmal die Ablehnung groß wäre.

Außerdem ist Sex ja ein gemeinsames Thema. Es ist schön, wenn ihr euch beide als Paar vorab Gedanken darüber machen könnt – bitte deinen Partner darum.

Vorspiel 2: Schaffe eine gute Atmosphäre und plane genug Zeit ein

Genauso wichtig ist es, dass das Umfeld für euer Gespräch, euren Austausch stimmt. Stellt sicher, dass ihr ganz für euch alleine seid. Wenn ihr Kinder habt: Sorgt dafür, dass sie gut versorgt sind – je nach Alter habt ihr für sie einen Babysitter organisiert.

Bitte natürlich mögliche Störquellen – wie Telefon, Musik, Fernseher – ausschalten. Und dafür sorgen, dass Ihr genug zu trinken habt, ob Kaffee, Tee oder Wasser.

Plant euch genügend Zeit ein, denn es soll ja kein Zeitdruck entstehen. Ein romantisches Umfeld muss nicht sein, kann aber helfen – gedämmtes Licht oder Kerzen, das kann gefühlsmäßig eine wichtige Weichenstellung sein. Es geht ja hier nicht um ein Businessmeeting. 😉

Übrigens: Eine gute Variante, damit ihr euch nicht die ganze Zeit in die Augen schauen müsst – und so vielleicht bei jeder kleinsten Regung beobachtet fühlt – ist es, euch nebeneinander zu setzen oder zu legen. Auch ein gemeinsamer Spaziergang ist eine schöne Alternative, bei der Ihr Eure Nähe spüren könnt, ohne euch ständig anzusehen.

Ansonsten ist wirklich nur wichtig, das Gespräch wertschätzend zu führen. Da reicht es schon aus, wenn ihr euch ausreden lasst und dem anderen aufmerksam zuhört.

Soviel zum Vorspiel. Jetzt geht es natürlich darum, wie du das Gespräch überhaupt für dich führen kannst. Vielleicht schlägt dir dein Herz bis zum Hals, da kann es hilfreich sein, eine kleine Leitlinie zu haben. Dafür sind die folgenden 3 Tipps:

1. Wie anfangen?

Ihr habt es euch gemütlich gemacht oder seid gerade los, um spazieren zu gehen. Nun ist die Frage, wie du am besten beginnst. Es gibt kein Patentrezept dafür, doch gut ist es darüber zu sprechen, wie wichtig es dir ist, ein erfülltes und glückliches Sexleben in eurer Beziehung zu führen.

Nun kommt es darauf an, wie es momentan um Euren Sex bestellt ist. Bei manchen ist vieles gut, doch es kann natürlich auch sein, dass das Thema gerade eher problembesetzt ist – oder sogar eingeschlafen. Bitte pass darum mein Beispiel entsprechend an, ohne vorwurfsvoll zu klingen:

„Ich liebe dich und ich wünsche mir, mit dir unser Sexleben weiterzuentwickeln. Es gibt Punkte, da bin ich glücklich und es gibt Punkte, da wünsche ich mir Veränderung. Und ich möchte gerne deine Wünsche und Bedürfnisse erfahren. Darüber möchte ich mit dir sprechen.“

Jetzt bitte nicht gleich einsteigen und deine Punkte ansprechen, sonst ist die Gefahr groß, dass du deinen Partner überrollst. Deswegen ist es wichtig zunächst zu fragen: „Wie siehst du das, wie geht es dir mit unserem Sex?“. Damit bleibt ihr beide von Anfang an in Verbindung. Denn es geht hier nicht darum, zwei Forderungskataloge gegenüber zu stellen. Es geht um euch, um eure Gefühle, um euren Austausch darüber.

Ehrlichkeit ist Trumpf, darum ist es besonders wichtig, konkret zu sagen, was du gerne möchtest, was deine Vorlieben im Bett sind. Dann tut sich auch dein Partner leichter, sich zu öffnen.

Ganz klar: Was hier absolut nicht hingehört ist irgendein Vergleich mit vorherigen Partnern, denn mit denen war dein Sex anders. Der Vergleich würde nicht nur verletzen sondern euch auch von eurer Lösung weit weg führen und deine Partnerschaft gefährden.

2. Bleib bei dir – und sprich aus deiner Warte.

Ich-Botschaften, das haben wir schon allzu oft gehört. Doch es hilft, wenn du von dir und deiner eigenen Wahrnehmung sprichst. So kann dich dein Partner wirklich verstehen. Außerdem ist es einfacher, das Gesagte auch anzunehmen. Plus: Niemand fühlt sich angegriffen, weil es ja um eigene Empfindungen geht.

Damit es für dich konkreter wird, hier ein paar Beispiele:

„Ich wünsche mir,
– dass wir uns mehr Zeit für den Sex nehmen.“
– dass du mir dabei auch einmal in die Augen schaust, damit ich weiß, dass du bei mir bist.“
– dass ich dich auch verwöhnen darf, da es mir eine Freude ist, dich genießen zu sehen.“
– dass wir auch neue Dinge ausprobieren. Uns ein Buch kaufen oder einen Film gemeinsam schauen, um uns inspirieren zu lassen.“

3. Begrüße Fragen!

Fragen sind wichtig, denn dadurch werden die Punkte erst so richtig greifbar und du weißt, ob das, worum es dir geht, auch angekommen ist. Außerdem wird es nachvollziehbar(er). Fragen stellen ist übrigens das Top-Hilfsmittel, das euch davor schützt, in die große Falle der Interpretationen zu tappen. Und es erleichtert das miteinander reden.

Wie könnten solche Fragen aussehen, die euch unterstützen und voranbringen? Die simple Frage „Was genau meinst du damit?“ statt sich in den eigenen Gedanken die Antwort schon selbst gegeben zu haben ist zum Beispiel ein wunderbarer Einstieg. Weitere Fragen die euch unterstützen:

  • „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich verstanden habe. Meinst du …?“
  • „Was würde dir dabei helfen?“
  • „Was kann ich dafür tun, damit wir künftig darauf achten?“
  • „Was ist unser erster Schritt?“
  • „Wann wollen wir beginnen?“

Sexuelle Wünsche besprechen: Fass dir ein Herz!

Sex ist ein wichtiger Bestandteil eurer Liebe. Die Bedürfnisse und Vorlieben im Bett sind allerdings immer individuell. Außerdem verändert sich die Lust.

Es ist so bereichernd für jede Beziehung, offen und frei sexuelle Wünsche besprechen zu können. Denn über dieses Thema reden nicht nur Frauen gerne, oder? Und eine Belebung der Partnerschaft gefällt dir doch ebenfalls …

Ja, ich weiß: Dieser erste Schritt ist oft ein wenig mulmig, doch es lohnt sich. Locker, entspannt und gerne auch humorvoll ranzugehen, bricht das Eis. Da dürfen gerne die zitternden Knie gebeichtet werden …

Dies ist Teil 3 meiner vierteiligen Artikelserie. Die weiteren findest du hier, klicke auf den Link zum Anzeigen:

Und nun wünsche ich dir ganz viel Erfolg und vor allem Freude und freue mich, wenn du mir schreibst, wie es dir ergangen ist. Hier als Kommentar oder gerne als persönliche Nachricht.

Alles Liebe
Olaf

P.S. Du merkst, dass es trotz der Tipps noch schwer fällt, darüber zu sprechen geschweige denn eine Veränderung anzugehen? Dann lass uns miteinander sprechen, ich begleite euch gerne zu eurer erfüllten Sexualität.

Heute geht es um deine sexuelle Landkarte. Nachdem ich in meinem letzten Artikel über die häufigsten Ursachen geschrieben habe, warum eure Sexualität einschlafen kann. Eine war, dass Sex keinen Spaß (mehr) macht und einer oder beide gar nicht wissen, was sie wirklich wollen und sich wünschen.

Die Erstellung deiner eigenen sexuellen Landkarte kann dir dabei für einen Ausweg eine gute Hilfestellung liefern.

Warum eine sexuelle Landkarte?

Auch bei mir gab es Phasen, wo ich mit meiner Sexualität unzufrieden war. Ich wusste aber so gar nicht, was ich anders haben wollte, da ich keine Ahnung hatte, was mir gefällt, was mir Spaß und Freude macht, was mich erregt. Deswegen habe ich begonnen, mich hinzusetzen und mir meine Wünsche aufzuschreiben und damit quasi meine sexuelle Landkarte zu erstellen. Ähnlich erlebe ich das auch in meiner Praxis. So hoffe ich, dass ich mit diesem Artikel einen Beitrag dazu leiste, dass Sexualität weiter enttabuisiert wird.

Denn leider ist damit immer noch viel Scham, Leid und Verklemmtheit verbunden. Was letzlich auch nicht verwunderlich ist, da wir es nicht gelernt haben, wir nie danach gefragt haben oder wurden und auch in vielen Paarbeziehungen darüber erstaunlich selten bis gar nicht gesprochen wird. Vor allem aus Angst vor Verletzung und Zurückweisung.

Was ist das nun genau?

Nein, sie hat nichts mit einer herkömmlichen Landkarte zu tun. Sondern es geht schlicht und ergreifend darum, dass du dich mit deinen sexuellen Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzt. Ganz bewusst und ganz egoistisch.

Am Ende hast du dein sexuelles Profil und kannst bewusst für dich schauen, welche Aspekte du davon wie in deinem Leben leben und integrieren willst. Und auf was du vielleicht sogar verzichten kannst und willst, da du dafür etwas anderes Schönes in der sexuellen Begegnung mit deinem Partner leben kannst.

Und damit ist es wie eine Art Navigationshilfe für dich und deinen Partner, deswegen der Name.

So erstellst du deine sexuelle Landkarte

Keine Angst, du sollst jetzt nicht malen oder dich künstlerisch ausdrücken. Obwohl – wenn es dir einfacher fällt und das deine Ausdrucksform ist, dann mach bitte genau das.

Nimm dir Zeit – nur für dich allein. Betrachte deinen Körper wie eine Landkarte und fahren diesen ab. Was macht dir Spaß und Freude, was erregt dich? Welche Stellen sind besonders empfindsam und empfänglich für Berührung. Wie magst du berührt werden? Welche Stellungen sind für dich am intensivsten? Wie wünschst du dir die sexuelle Begegnung? Zu zweit, zu dritt …

Erinnere dich dabei an all deine sexuellen Begegnungen. Von Anbeginn. Denn all diese Erfahrungen zeichnen dich aus.

Dir fällt es schwer? Dann hilft dir vielleicht dies

Ja, auch das kann sein. Und es ist völlig normal! Wenn du einen Partner hast, dann habe ich da einen ganz schönen Tipp für dich: Begebt euch gemeinsam auf Entdeckungsreise. Erkundet spielerisch eure Körper und nehmt euch dafür bewusst Zeit. Schau dabei, was für dich erregend ist und was eben eher nicht. So findet ihr dies beide gleichzeitig für euch heraus – das ist die spielerischste Variante.

Worum es nicht geht

Was mir dabei wichtig ist: Es geht nicht darum, irgendein Idealbild zu zementieren, denn jede sexuelle Begegnung kann anders sein und wird es bestimmt auch. Mal mögen wir es zart und einfühlsam, mal schnell und ohne Umschweife und dann wiederum kann es nicht lange genug dauern, weil wir vor Lust und Freude nur so zerfließen und kurz vor dem Zerspringen sind. Und uns wünschen, dass dieser Augenblick nie vergeht.

Worum geht es dann? Du wirst schnell merken, dass es Dinge gibt, die dir so gar keinen Spaß machen. Dann lass es künftig auch sein. Und du wirst feststellen, dass es Dinge gibt, die dich besonders erregen. Diese solltest du stärker integrieren.

Wie geht es nun weiter?

Wenn du deine sexuelle Landkarte erstellt hast, bitte deinen Partner darum, dass er ebenfalls seine erstellt. Es sei denn, ihr habt die spielerische Variante gewählt – dann habt ihr es quasi schon gemeinsam erlebt.

Und dann tauscht euch darüber aus. Denn es geht für euch beide darum, herauszufinden, wie groß die Schnittmenge eures gemeinsames sexuellen Profils ist. Sprecht ganz offen und ehrlich miteinander. Achtet dabei darauf, respektvoll und wertschätzend miteinander umzugehen. Ein erster Schritt ist, dass jeder dem anderen Zeit und Raum gibt, sich mitzuteilen, während der andere dabei aufmerksam zuhört. Wenn dir das Gespräch noch schwer fällt, ist es eine Alternative, dass du deinem Partner einen Brief schreibst.

Informationen zu den weiteren Artikeln

Dies ist Teil 2 der vierteiligen Artikelserie. Die weiteren findest du hier. Klicke auf den jeweiligen Link zum Anzeigen:

Hast du Fragen? Wende dich gerne an mich, sei es per Kommentar oder Mail. Ich schaue dann, wie ich dir am besten antworte. Wenn ich das Gefühl habe, dass es für alle interessant sein könnte, würde ich deine Frage – natürlich anonym – in einem Video oder als Blogartikel beantworten. Und dir selbstverständlich persönlich eine Nachricht zukommen lassen.

Im nächsten Artikel werde ich dir übrigens noch ein paar mehr kleine Tipps geben, wie ihr eure Sexualität wieder beleben könnt. Und das zum Teil spielerisch, was mir bei der Sexualität sowieso viel zu oft abhanden gekommen ist. Bei einigen ist es ja schon fast zu einer Aufgabe geworden, die zu erledigen ist …

Alles Liebe
Olaf

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© Bildrechte – schaeffler by pixabay.com

Es ist normaler als du denkst, bei vielen Paaren ist früher oder später die Sexualität eingeschlafen. Ich kenne es selbst und erlebe es immer wieder in meiner Praxis, wie schnell es passieren kann, dass die Sexualität zum Randthema in der Beziehung wird. Das ist eine reale Gefahr für jede Beziehung – nicht selten gibt es bei einem oder sogar beiden einen Seitensprung – zumindest vom Gedanken.

Je unzufriedener und unglücklicher einer – oder ihr beide – mit der Situation seid, desto emotionaler wird es: Es melden sich Schuldgefühle, es kommt zu Vorwürfen oder sogar zum totalen Rückzug.

Bitte keine Schuldzuweisungen!

Sexualität mit dem Partner ausleben und auf spielerische Weise genießen zu können, ist ein wichtiger Baustein der Liebe. Doch Sex ist vielschichtig, für jeden von uns hat er eine unterschiedliche Bedeutung:

  • Was verbinde ich mit Sex? Ist es für mich ein wichtiger Ausdruck von Nähe, ein Liebesbeweis oder einfach nur Ausleben der eigenen Lust?
  • Wie stehe ich dazu? Wie wichtig ist mir Sex, wie bin ich aufgewachsen und welche Erfahrungen habe ich gesammelt?

Gehen die Bedürfnisse auseinander, weil der eine beispielsweise gerne mehr Sex hätte oder mal etwas anderes ausprobieren möchte, führt das meist zu einem Schwelbrand in der Beziehung.

Das wiederum wird zur Belastungsprobe – und je weniger offen ihr darüber sprecht, desto mehr wird es zum Pulverfass, das ernsthaft die Liebe bedroht.

Ich lege dir daher ans Herz, mit mir auf die eigentlichen Ursachen zu schauen – nicht auf das Symptom. Ihr seid nämlich nicht alleine!

Ursache: Es fehlt an der emotionalen Nähe und doch soll Sex spontan sein

Wie soll körperliche Nähe entstehen, wenn ihr euch als Paar nicht versteht, zutiefst verletzt seid oder auseinander gelebt habt? In der Sexualität lässt du dich im besten Sinne doch fallen, zeigst dich von einer verletzlichen Seite und das soll ohne positive Gefühle und einem Gefühl der emotionalen Nähe zu deinem Partner funktionieren?

Wenn es in eurer Beziehung gerade kriselt, wenn einer oder beide sich nicht verstanden, geliebt – vielleicht sogar entfremdet fühlt, dann kann das Sexuelle nicht klappen. Deswegen ist es so wichtig, zunächst einmal wieder Verständnis für – und Interesse aneinander zu entwickeln.

In meiner Praxis erzählen mir Pärchen immer wieder, dass sie eine Verabredung zum Sex blöd finden – er soll doch bitte spontan sein. Ich frage dann: „Wie lange wollen Sie noch warten, bis Sie wieder spontan wilden Sex miteinander haben?“. Das mag wenig einfühlsam klingen, doch wir alle haben unsere eigenen Idealbilder, wie wir unsere Sexualität leben wollen und da steht bei so ziemlich allen die Spontanität an erster Stelle. – Das ist schön! Doch wenn das Sexleben gestört ist, heißt es, sich bewusst aufeinander zuzubewegen. Den Weg zur Lust wieder freimachen … dann wird der Sex auch wieder spontan.

Ursache: Der Alltag frisst mich auf – und damit meine Lust

Die Arbeit, die Kinder, der Haushalt oder was auch immer den eigenen Tagesablauf bestimmt: Viele sind heute schlichtweg überfordert und am Abend oder am Wochenende – wenn für die meisten Paare überhaupt eine sexuelle Begegnung möglich ist – kraftlos und ausgelaugt.

Seien wir ehrlich: Sex fühlt sich dann manchmal wie etwas an, zu dem man sich aufraffen muss. Das Kraft kostet. Vielleicht sogar ein weiteres „ToDo“, weil es dazugehört oder weil es ja doch in gewissen Intervallen sein muss. Mitunter für den anderen.

Das ist sowas von verständlich. Je mehr wir eingespannt sind und je gestresster wir uns fühlen, desto weniger haben wir buchstäblich den Kopf frei. Paradoxerweise wäre gerade Sex genial, um aus der Anpassung rauszukommen und sich miteinander fallen zu lassen, zu entspannen. Doch das geht natürlich nicht, wenn es als Pflichtübung abgehakt wird – oder immer wieder verschoben.

Ursache: Sex macht mir keinen Spaß, ich weiß aber auch nicht, was ich will

Kommen wir zur Langeweile: Oft wird Sex zur Routine, die um es mal ganz unverblümt zu sagen, abgespult wird. Das macht es zur Pflichtübung, manchmal lässt es einer von beiden über sich ergehen. Da sind wir dann auch gerne beim Orgasmusfaken – was Männer übrigens genauso können.

Was hier oft zu wenig beachtet wird, ist die eigene Lust. Wie frei wir mit Sex umgehen und vor allen Dingen, wie sehr uns die eigenen Bedürfnisse und Wünsche bewusst sind.

  • Was mag ich eigentlich wirklich?
  • Was erregt mich?
  • Welche Berührung, welcher Blick?

Oft wissen wir es schlicht weg nicht, haben es noch nicht entdeckt. Und: Bin ich offen dafür, auf Erkundung zu gehen? Alleine und gemeinsam?

Ursache: Ich habe (dauerhaft) keine Lust

Bei fast allen Paaren ist das Lustempfinden unterschiedlich – nicht unbedingt immer zu Beginn einer Beziehung, aber spätestens wenn sie länger andauert, was auch „normal“ ist.

Es gibt außerdem viel mehr Menschen, als wir ahnen, die einfach kein Interesse und keine Lust an Sex haben. Das ist völlig in Ordnung!

Was dann nur wichtig ist, ganz ehrlich mit dem Partner darüber zu sprechen. Ist das für ihn okay? Oder ist es für ihn anders? Und wie wollt ihr damit umgehen, wenn einer Lust hat und einer eben nicht?

Ursache: Wir sprechen nicht über unsere sexuellen Wünsche und Bedürfnisse

Aus Angst vor Zurückweisung oder Scham fehlt der Austausch. Da spielen natürlich ganz viele Punkte rein, unter anderem auch, welche Erfahrungen du in vorherigen Beziehungen gemacht hast, als du dich geöffnet hast.

  • Wie soll der andere wissen, was mir Spaß und Freude macht, wenn ich nicht darüber spreche?
  • Wie soll ich darüber sprechen, wenn ich es selbst gar nicht weiß?
  • Wie soll ich wissen, was meinem Partner gefällt, wenn ich darüber nicht mit ihm spreche, ihn frage?

Dazu kommt, dass wir vielleicht im Bett etwas tun, um uns Lust zu verschaffen, doch der andere mag es so oder genauso gar nicht, traut sich aber nicht, es zu sagen – aus Angst zu verletzen.

Ich bin ja kein Freund von Dogmen, doch hier gilt tatsächlich: Miteinander reden hilft. Gerade, wenn die Sexualität eingeschlafen ist.

Sexualität eingeschlafen – und nun?

Die Selbsterkenntnis und sich eurer Ursachen bewusst zu werden erleichtert die Veränderung. Auf jeden Fall kann es verhindern, dass es gar nicht erst zu Schuldgefühlen und Vorwürfen kommt. Wenn es schon soweit ist, dann könnt ihr jetzt dafür sorgen, das Pulverfass zu entschärfen.

Dies ist Teil 1 meiner Artikelserie, dort findest du auch Tipps für eure körperliche Liebe und erfüllte Beziehung, die nicht nur eine kurzfristige Mode sind. Klicke zum Anzeigen auf den jeweiligen Link:

Alles Liebe
Olaf

P.S. Du wünschst dir konkrete Hilfe? Für eure lebendige Beziehung und bist bereit dafür Zeit zu investieren? Dann nimm Kontakt mit mir auf und finden Rezepte, dass ihr auch wirklich leben und umsetzen könnt.

BeziehungsTipp Leidenschaft erwecken

Als Paar könnt ihr warten, dass sich die ‪Leidenschaft‬ wieder einstellt. Oder ihr forciert es auch ein Stück weit. Du fragst dich warum?

Verabredet euch zu einem romantischen Abend. Natürlich kann man nicht erzwingen, wie der Abend dann zu enden hat – aber eine Massage nach einem schönen Essen wäre doch ein guter Anfang … was meinst du?

Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Ich freue mich, wenn du mir deine Erfahrungen entweder im Kommentar oder direkt per Mail mitteilen magst. Hast du Fragen? Schick sie mir, ich beantworte sie gerne, vielleicht auch (anonym) als Blogartikel!

Alles Liebe, viel Genuss eurer Leidenschaft

Olaf

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Der erste Blogartikel und dann gleich so ein brisantes Thema wie Seitensprung? Ja, gerade deswegen!

„Wenn er/sie mich betrügt, dann ist es vorbei!“
„Na ja, Hauptsache sie/er kommt wieder zurück zu mir!“
„Hilfe, wie kann ich meine Beziehung retten?“

Das sind typische Aussagen, die ich selbst einmal so gesagt habe und die mir heute in meiner Praxis regelmäßig begegnen. Ich selbst kenne 2 Seiten beim Seitensprung, die des „Betrogenen“ und die, in der ich die Affäre war ohne zu der Zeit selbst in einer Beziehung gelebt zu haben.

Dabei ist das Wort der oder des Betrogenen ja an sich schon fragwürdig. Denn:

Wer hat wen betrogen und wer war der erste?

Eins ist sicher: Der Seitensprung bringt Leben in die Beziehung und zwar meist nicht so, wie wir es uns wünschen. Es gibt kaum ein emotionaleres Thema als dieses und immer wieder wird die Schuld in den Mittelpunkt gestellt. Doch wem hilft dies? Dem Paar auf keinen Fall!

Bevor die Aufschreie hier losgehen: Es geht mir hier nicht um die notorischen FremdgeherInnen, da gilt es ein paar mehr Aspekte zu berücksichtigen.

Also zurück zur Schuld. Warum taucht diese Frage immer wieder auf? Aus meiner Erfahrung geht es dabei zumeist um Moral, also wer moralisch korrekt gehandelt hat. Wer aber hat diese moralischen Regeln aufgestellt? Es sind in großen Teilen gesellschaftlich akzeptierte Regeln, die dabei aber einen Aspekt völlig außer acht lassen:

Was bedeutet Liebe für mich und will ich Sie an Bedingungen knüpfen?

Dazu gibt es einige Fragen, die vom Mainstream abweichen:

  • Welches Recht habe ich an der Sexualität meines Partners?
  • Habe ich dies mit der Hochzeit auf (Lebens-)Zeit gemietet?
  • Wird mir tatsächlich etwas genommen?
  • Was?
  • Gebe ich meinem Partner alles was für mich selbst und ihn stimmig ist?
  • Habe ich selbst genug?

Mir geht es darum, die eigenen – meist einengenden – Vorstellungen aktiv in Frage zu stellen, um dann als Paar am Ende die ganz eigenen Spielregeln zu finden, die für beide tragfähig sind! Und da kann und darf Treue ein sehr hoher Wert sein, wobei dann schon wieder die nächste Frage wäre, was Treue denn überhaupt für das Paar bedeutet.

Seitensprung, was nun?

Soll das nun ein Freibrief für alle sein? Nein, darum geht es mir ganz und gar nicht. Mir geht es darum, dass jeder die

Verantwortung für das eigene Handeln

übernimmt. Das bedeutet für mich erwachsenes Verhalten und hilft dem Paar viel mehr, als wenn wir an der Schuldfrage hängen bleiben. Das Büßerhemd hat noch niemandem geholfen.

Doch nun mal konkret, was tun, wenn es zu einem Seitensprung gekommen ist. Folgende Punkte können dabei eine erste Orientierung geben.

  • Überlegen Sie gut, ob Sie vom Seitensprung erzählen oder nicht.
  • Wenn Sie absolute Offenheit vereinbart haben, dann ist es eine Selbstverständlichkeit!
  • In allen anderen Fällen überlegen Sie, ob Sie sich damit der eigenen Verantwortung entziehen wollen. Was hat Ihr Partner davon, wenn er oder sie davon weiß?
  • Und welches Leid fügen Sie dem anderen dadurch – vielleicht auch unnötig (wenn z.B. der Seitensprung bereits beendet ist) – zu?
  • Wenn Sie es „zufällig“ herausgefunden haben: Sprechen Sie Ihren Partner unbedingt an, da es ansonsten Sie immer und immer wieder beschäftigen wird.
  • Wenn Sie es erzählt haben, sollten Sie weitere offene und ehrliche Gespräche miteinander führen.

Sprechen Sie – und zwar regelmäßig – über die wichtigen Dinge

Das zeichnet glückliche Paare aus. Sie reden miteinander, auch wenn es wehtut. Wie, dazu folgt noch ein eigener Blog-Artikel.

Dabei sollten Sie über Ihre Verletzungen sprechen aber auch über Ihre Wünsche und Bedürfnisse allgemein für die Partnerschaft und speziell für Ihre Sexualität. Meist ist dieses Thema schambesetzt, deswegen trauen wir uns nicht wirklich offen darüber zu sprechen. Und häufig stellen die Paare erstaunt fest, dass gerade auch die sexuellen Vorlieben nicht so weit auseinander liegen, als dass sie sich nicht leidenschaftlich einbinden lassen.

So kann am Ende ein Seitensprung auch eine Wieder-Belebung der Beziehung sein, eine bewusste Entscheidung füreinander. Aus meiner Erfahrung sind solche Ereignisse wichtige Stellschrauben in unserem Leben und wir entscheiden, was wir daraus machen. Auf alle Fälle braucht es einen Abschluss, da es das Paar ansonsten zermürbt. Wenn die Wunde, die Verletzung offen bleibt, ist die Balance in der Beziehung nicht mehr wirklich gegeben. Dann benötigt es vielleicht noch einen Ausgleich.

Umsetzen

Sie haben es in der Hand. Und die Umsetzung, sei sie noch so schwierig, beginnt immer mit einem ersten Schritt. Und je eher Sie ihn gehen, umso leichter wird es für Sie, versprochen. Denn eins ist ganz klar:

Das Vertrauen ist meist zerstört und es braucht auch Zeit, dieses wieder aufzubauen.

So hat ein Seitensprung natürlich Nebenwirkungen und Risiken, birgt aber auch häufiger als wir uns zunächst denken, eine große Chance. Und wenn es nur die ist zu erkennen, dass die Beziehung schon längst beendet war. Oder Sie schaffen es, eine neue Stufe Ihrer Beziehung zu erklimmen.

Deine Liebe hat gelitten und du bist dir unsicher, ob du deinen Partner noch liebst? Dann lade dir meine Checkliste herunter und finde deine Antworten.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ganz viel Freude und jede Menge positiver Erkenntnisse!

Ihr
Olaf Schwantes

P.S. Teilen Sie Ihre Erfahrungen im Kommentar.

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