Wie du gelassener mit der Unordnung deines Partners umgehst  leichter gesagt als getan? Dann lass uns einmal gemeinsam nach deinen Antworten schauen, wie es vielleicht doch möglich ist.

Ihr habt eine gemeinsame Wohnung. Nun prallen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Ein Klassiker dabei ist die Ordnung beziehungsweise Unordnung des Partners. Sind die Vorstellungen hier sehr weit voneinander entfernt, geht das dem Ordentlichen oft tierisch auf den Geist. Ich kenne das selbst und erwische mich immer wieder, wie ich meiner Partnerin hinterherräume. Früher habe ich mich darüber richtig geärgert.

Doch genau das schadet jeder Beziehung, auch deiner. Denn meine Partnerin ist keineswegs schlampig, sie hat einfach nur eine andere Einstellung, wann sie für sich für Ordnung sorgt und wann eben nicht.

Wie reagieren wir, wenn wir uns ärgern?

In diesem Beispiel werden unsere Bedürfnisse nicht geachtet. Wir nehmen die Unordnung als Grenzüberschreitung wahr: Darauf reagieren wir aus unseren gelernten Verhaltensweisen und Überlebensstrategien heraus, sozusagen per Autopilot. Wir sind genervt oder ärgern uns. Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Das stresst und macht ohnmächtig. So bekommt die rumliegende Socke oder die gute alte offene Zahnpastatube ein unverhältnismäßiges Gewicht. Da Stress bekannterweise blöd macht, ist es wichtig, das zu unterbrechen.

Die lieben Erwartungen

Die Wurzel liegt in der Erwartungshaltung. Uncharmant ausgedrückt: Der andere soll gefälligst unseren Ordnungsstandard teilen, ihn respektieren und danach leben.

Kein Wunder, dass das zu Konflikten führt: Du bist aufgeladen, hältst an deiner Erwartung fest, fühlst dich im Recht. Doch gleichzeitig heißt das: Wenn der andere deinen Ordnungsstandard einhalten und respektieren „muss“, dann ist seiner sozusagen ungültig oder zumindest weniger Wert als deiner. Das produziert eine Schieflage zwischen euch. So kann eure Beziehung nicht funktionieren, da die Balance völlig fehlt.

Wichtig: Es geht mir nicht darum, dass du mit allen Macken deines Partners leben musst, sie praktisch hinzunehmen hast. Natürlich ist es wichtig, die Dinge anzusprechen, bei denen du dir eine Veränderung wünschst – auch das gehört zu Eurer Beziehungsbalance.

Gelassenheit ist eine bewusste Entscheidung

Veränderungen beginnen bei uns selbst. Und das ist gut so! Denn wenn du erwartest, dass der Partner wie selbstverständlich deine Definition von Ordnung zu übernehmen hat, hast du ein Ziel definiert, das nur dein Partner erfüllen kann. Damit gibst du ihm sozusagen die Macht über deine Gefühle.

Mal unabhängig vom Zustand der Wohnung: Du entscheidest, wie du auf die Unordnung reagierst. Du behältst die Macht über deine Gefühle und hast dadurch die Chance,

  • raus aus der gefühlten Ohnmacht
  • und damit wieder rein in die eigene Handlungsfähigkeit zu kommen.

Was dir dabei hilft, ist ein gewisses Maß an Gelassenheit.

3 Schritte, wie du gelassener mit der Unordnung deines Partners umgehst

Wenn wir allergisch auf etwas reagieren, können wir nicht auf Knopfdruck souverän reagieren. Mit diesen drei simplen Schritten bereitest du dir den Weg zu mehr Gelassenheit. Damit schaffst du ebenfalls eine Basis, ruhig und respektvoll mit deinem Partner zu reden. Vielleicht merkst du aber auch, dass dir die Unordnung gar nicht so arg gegen den Strich geht, wie du dachtest.

  1. Im akuten Fall hilft tief durchatmen und den eigenen Ärger bewusst wahrzunehmen. Also weder wegdrücken, noch weiter reinsteigern. Was ist da los: Bist du genervt, wütend, traurig …? Fass es für dich in Worte, damit du die Intensität auslotest.
  2. Schau interessiert näher hin und versteh mal für dich selbst, warum genau dir die Ordnung so wichtig ist: Magst du es einfach nur, wenn es ordentlich in eurer Wohnung ist? Oder schämst du dich, wenn Besuch kommt und Unordnung herrscht? Oder geht es dir mittlerweile schon „ums Prinzip“?
  3. Triff dann eine bewusste Entscheidung: Ist die Situation für dich nicht tragbar, so dass du das Gespräch mit deinem Partner suchen willst? Jetzt kannst du auch klarer benennen, wie das für dich ist und warum es dir wichtig ist (ohne einfach deine Erwartungen überzustülpen oder ungute Gefühle über deinem Partner zu ergießen).

Übrigens habe ich für mich entschieden, dass ich die Unordnung in der Küche, im Bad und im Wohnzimmer beseitige, sobald es MICH stört. Der Schreibtisch und die Klamotten meiner Partnerin sind dabei für mich tabu. Ich ärgere mich nicht mehr darüber, sondern sehe es als meinen Beitrag zu unserer starken Beziehung. Ein netter Nebeneffekt ist, dass auch meine Partnerin viel häufiger als früher aufräumt. Weil ich es ihr nicht mehr vorwerfe oder von ihr erwarte.

Was übrigens nicht nur beim Thema Unordnung hilft: Den eigenen Fokus verändern. Statt nur die Defizite deines Partners im Blick zu haben ist es wichtig, ihn wieder mit allen Facetten – eben auch seinen Stärken und nicht nur seinen Schwächen – zu sehen. Das kann die Vehemenz deines Ärgers mildern und es dir leichter machen, die Dinge weniger emotional aufgeladen anzusprechen. Ach ja: Ebenso hilft es, mal zu schauen, wo du selbst unordentlich bist. Vielleicht stört es dich deswegen so sehr an deinem Partner? … Da schreibe ich jetzt besser nichts mehr zu.

Und nun freue ich mich auf deine Erfahrungen. Wie geht es dir mit diesem Thema? Welche Erfahrungen aber auch Fragen hast du dazu? Schicke mir diese gerne per E-Mail. Ich antworte dir, evtl. mit einem neuen Blogartikel oder einem kurzen Video.

Alles Liebe

Olaf

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